Natürliche Lebensmittel versus hochverarbeitete Produkte

In den Ernährungswissenschaften ist ein Kampf darüber entbrannt, wie eine gesunde Ernährung aussieht: Paläo, Keto, fettreduziert, Kohlenhydrat-arm, vegetarisch, vegan. Studien widersprechen sich und Ver­brau­cher sind natürlicherweise im Dickicht der Empfehlungen verunsichert.

Dabei wird ein einfacher und wissenschaftlich fundierter Ratschlag häufig vergessen: Das Meiden von hochver­arbeiteten Lebensmitteln und der Umstieg auf natürliche Lebensmittel. Hochverarbeitete Lebensmittel sind häufig nicht nur reich an Kalorien, Salz, Fett und Zucker. Sie sind auch so aufgebaut, dass wir über unseren Hunger hinaus essen und dabei Gewöhnungseffekte in unserem Gehirn auftreten. Vereinfacht gesagt: Wir können bei hochverarbeiteten Lebensmitteln nicht aufhören zu essen.

In einer Studie von Hall et al. bekamen Probanden zwei Wochen lang hochverarbeitete Lebensmittel vorgesetzt und durften selbst entscheiden wie viel sie essen. Sie nahmen etwa 500 kcal pro Tag mehr zu sich als bei unverarbeiteten Lebensmitteln – auch dann, wenn der Gehalt an Kalorien, Energiedichte, Nährstoffen, Zucker, Salz und Ballaststoffen pro Portion vergleichbar war. Können wir frei entscheiden wie viel wir essen, hören wir bei hochverarbeiteten Lebensmitteln einfach nicht auf und nehmen hauptsächlich mehr Kohlen­hydrate und Fett zu uns. Dies führte dazu, dass die Probanden, die hochverarbeitete Lebensmittel vorgesetzt bekamen, bereits innerhalb von zwei Wochen an Gewicht und Fettmasse zulegt­en. Standen hingegen zwei Wochen lang natürliche, unverarbeitete Lebensmittel auf dem Speiseplan, verloren die Probanden Gewicht und Fettmasse.

Daher die klare Empfehlung: Meiden Sie – wo immer es möglich ist – hochverarbeitete Lebensmittel mit all ihren negativen Folgen für Ihre Gesundheit.

Referenzen:

Hall, KD. et al. (2019), Ultra-Processed Diets Cause Excess Calorie Intake and Weight Gain: An Inpatient Randomized Controlled Trial of Ad Libitum Food Intake, Cell Metabolism, 30, 67–77.